Im Februar 1999 ist hier das letzte Mal eine Lawine bis über diese Strasse runtergekommen.
Text: Augustin Rion, Sicherheitsverantwortlicher Gemeinde Val d‘Anniviers
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Sie befinden sich hier in einem Lawinencouloir.
Im Februar 1999 ist hier das letzte Mal eine La- wine bis über diese Strasse runtergekommen. Lawinen sind eine der erheblichsten Gefahren in unserem Tal. Bis dreissig Lawinencouloirs bedrohen Strassen und Dörfer. Die Abgangs- zonen befinden sich in der Regel auf einer Höhe von 2’600 Meter ü. M. und die Lawinen können bis zur Navizence runtergehen.
Um den Menschen die Möglichkeit zu geben, das ganze Jahr über in den Bergen zu leben und den Tourismus aktiv zu fördern, haben die Gemeinden mit Hilfe des Kantons und des Bundes viele Lawinenschutzwälle gebaut. Es gibt verschiedene Schutzbauten:
• Holzschneerechen, welche im Aufforstungs-bereich verwendet werden, haben eine Lebensdauer von ungefähr 40 Jahren. Sie erlauben dem Wald, sich genügend zu ent-wickeln, um dann nach und nach die Lawi-nensicherung zu übernehmen (ist beim Pos-ten Nr. 12 zu sehen).
• Über der Waldgrenze werden wegen ihrer Langlebigkeit Stahlschneebrücken aufgestellt (oberhalb vom gegenüber liegenden Dorf St. Jean)
• Ablenkdämme helfen die Dörfer zu schützen, indem sie niedergehende Lawinen in wenig bewohntes Gebiet umleiten. In den Jahren um 1950 wurde der erste Schutzbau, eine Trockensteinmauer, im Val d’Anniviers errich-tet. Sie befindet sich nördlich vom Ort „Dé-jerts“, also nicht weit entfernt von hier.
• Beim Posten Nr. 10 ist ein anderes, jedoch eingegrabenes Bauwerk der gleichen Art zu erkennen.
• Auffangdämme sind grosse Lawinenschutz-bauwerke, wo die Lawinen vollständig zum Stehen kommen (ein solcher Auffangdamm ist gegenüber unterhalb vom Roc d’Orzival zu sehen, er wurde zum Schutz des Dorfes Mayoux gebaut, welches 1817 teilweise zer-stört wurde).